Queensryche live 2009
Originally uploaded by PatBoots
Die Vorfreude auf den letzten Donnerstag war groß: Queensryche, eine meiner Lieblingsbands, sollte in der Garage spielen, ja in der Tat, in der Garage in Saarbrücken.
Das letzte Mal, als ich sie gesehen hatte (1995 auf der Promised Land Tour) haben sie noch eine größere Halle in Köln gerockt, diesmal nach der Wiedervereinigung und dem neuen Album “American Soldier” backen sie kleinere Brötchen. 700 Fans fanden der SZ nach den Weg nach Saarbrücken, d.h. die Halle war gut besucht, und auch mein Kumpel Jörg, mit dem ich Queensryche das letzte Mal zusammen gesehen hatte, und ich waren darunter.
Das Publikum war erstaunlich gemischt, wir waren NICHT die Ältesten(sic!), aber vor allem waren fast keine jüngeren bzw. junge Leute in der Halle – also wohl hauptsächlich Fans, die die Band nicht erst seit Album No 10 kennen.
Über die Vorband “Fatal Smile” möchte ich nur einen Satz verlieren: Schlechter HardRock im Motley Crew Style aus Schweden, völlig belanglos und mit eigentlich keinerlei Verbindung zum Queensryche-Style. Leider spielten die 45 Minuten LANG, sodass das eigentliche Event erst um 21 Uhr begann.
Dann aber richtig, denn wie im Vorfeld bereits klar war, werden 3 Sets von 3 unterschiedlichen Alben (Rage for Order, Empire und American Soldier) gespielt.
Los ging es mit dem ältesten Album “Rage for Order” und die Stimmung war direkt da. Von der Urbesetzung von Queensryche sind noch 4 Mann übriggeblieben: Drummer Scott Rockenfield, Gitarrist Michael Wilton, Bassist Eddie Jackson und Sänger Geoff Tate. Ergänzt wurden die beiden von einem Gitarrenbabyface (der seine Sache aber ordentlich machte) und einem Keyboarder, Gitarrist, Backgroundsänger, der sich ebenfalls gut einfügte.
Das Rage for Order Set zu Beginn war natürlich gleich der Hammer. Leider fand ich Geoffs Stimme nicht so toll, er konnte lange Töne nicht gut halten (wahrscheinlich das Alter, obwohl Jörg meinte, dass es vielleicht auch Mikroprobleme sein könnten). Und so richtig in die Höhe ging das am Anfang auch nicht. Da war ich dann doch ziemlich enttäuscht, weil die Stimme in meinem Augen das Herausragendste bei Queensryche war/ist.
Jedoch wurde Geoff mit jedem Lied wärmer und gegen Ende war seine Stimme fast wie früher (oder mir war es einfach egal)
Das erste Set war klasse, die Songauswahl hat gestimmt (aus der Erinnerung: I dream in Infrared, Walk in the shadows, London, Surgical Strike, Screaming in digital) und die Band war sehr spielfreudig. Es war wie eine Zeitreise und die meisten dieser Lieder hatte ich noch nicht live gehört.
Danach kam dann das American Soldier Set, bei dem Geoff ein wenig über die Entstehungsgeschichte erzählt. Dieses Album ist nicht schlecht, aber es ist doch eher Mainstream als Progressive Metal. Live war es ok, kam aber an die Klassiker nicht heran. Irgendwie sind diese Songs auch eher für Geoff Tate’s aktuelle Stimmlage gemacht ![]()
Das dritte Set Empire liess dann alle Dämme brechen. Das kommerziell erfolgreichste Album brachte die anwesenden Fans zum Schwärmen und zum begeistert mitsingen. Auch hier eine fast perfekte Songauswahl (Best I can, The thin line, Jet City Woman, One and Only, Anybody Listening) und natürlich auch das unvermeidbare Silent Lucidity. Als Zugabe spielten die Männers dann als Höhepunkt “Empire”. Nach ca. 1:50 h war der Spuk zuende, die Reise in die Vergangenheit Geschichte.
Mein persönliches Fazit: Ein schöner, nostalgischer Abend mit einer meiner All-Time-Lieblingsbands mit dem kleinen Wermutstropfen des bescheidenen Gesangs. Die Refrains wurden oft auf das Publikum abgewälzt und viele Gesangspassagen wurden massiv vom Backgroundsänger unterstützt. Genau dies hatte ich schon einmal beim Fish-Konzert “Misplace childhood” erlebt, und man kann es den Protagonisten halt auch nicht übelnehmen: Sie wollen den Fans Herzenswünsche erfüllen und geben ihr Bestes (und wollen noch den ein oder anderen Euro verdienen), so sei es. Wenn die nochmal kämen und vielleicht Operation: Mindcrime spielten, wäre ich NATÜRLICH wieder in der Halle, mal sehen…




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